Vereinsgeschichte SC St.Johann in Tirol

Um die Jahrhundertwende galten Sie als echte Pioniere auf zwei Brettln am Schnee, doch auch Skeptiker konnten den Einzug des Wintersportes in die Tiroler Gemeinden nicht mehr stoppen. Die moderne und weltbereiste St. Johannerin Gertraud Schroll, im Volksmund Taxenschuster-Traudl genannt, war vermutlich die erste Skifahrerin in St. Johann und brachte den Sport in unsere Heimatgemeinde.

Das Jahr 1909 gilt als Geburtsjahr des St. Johanner Skiclubs, des damaligen Wintersport-Vereins. Bald nach der Gründung gab es eine rege Wettkampftätigkeit, wobei Bewerbe wie Abfahrtslauf, Sprunglauf und Mannschaftslauf ausgetragen worden.

Die Gründungsmitglieder der Apotheker Angerer und der Kaufmann Hilscher zählten zu den Initiatoren der Gründung.

Im Laufe der Jahrzehnte, ja sogar eines Jahrhunderts, zählten etliche Skipioniere zum Kader des erfolgreichen Vereins. So war im Jahr 1910 Sepp Hellensteiner einer der Schnellsten beim Abfahrtslauf Angerer Alm – Schleichalm – Buchwies – Bahnhofwiese in der fantastischen Zeit von 14,18 Minuten.

Während des 1. Weltkrieges wurde es ziemlich leise um den Wintersportverein St. Johann. Erst nach Beendigung und Wiedergründung im Jahr 1919 trat Dr. Eckehart Vogl, Leiter der Apotheke, an die Stelle des Obmanns. Unter ihm wurde erfolgreich im In- und Ausland für den Winterfremdenverkehr die Werbetrommel gerührt.  So standen interne Skirennen, Rodelrennen, Schülerrennen und Skijöring auf dem örtlichen Veranstaltungsprogramm.

Durch die herausgegebene Skitourenkarte des WSC St. Johann waren mehrere gefahrlose Abfahrten vom Kitzbüheler Horn und Kalkstein verzeichnet und lockten Gäste aus Nah und Fern an. Im Wintersportzentrum St. Johann, wie unsere Gemeinde 1928 in einer bayerischen Zeitung bezeichnet wurde, fanden immer mehr Wettbewerbe in den Disziplinen Skispringen, Langlauf, Alpin und Rodeln statt.  1929 folgte Johann Karl Dr. Vogl als Obmann nach und der Restaurantbesitzer Huber eröffnete neben dem Grattschlössl einen gut funktionierenden Eislaufplatz.

Unter der Vereinsleitung von Hans Karl, in den 30-er Jahren, gab es eine schwierige politische Situation, daher schlief der Skisport ein wenig ein.

Im Jahr 1936 übergab Sepp Grander die Funktion des Obmanns an Franz Rainer.  Der wiederum 1937 vom Zahntechniker Hans Gausch abgelöst wurde. 1938 bis 1945 war Franz Schneider an der Spitzte des Vereins tätig.

Mit Kriegsausbruch hatte die Aufbauarbeit der letzten drei Jahrzehnte des WSC St. Johann ein vorläufiges Ende gefunden.

Nach 1945 gaben die St. Johanner Skisportler bald wieder ein erstes Lebenszeichen von sich und schlossen an eine große Tradition an. Mit der Eröffnung der „Wilder-Kaiser-Schanze“, mit hölzernem Anlaufturm und Schanzentisch im Jahre 1947, wurde unsere Gemeinde in der Nachkriegszeit zu einem Mekka der Skispringer.

Sportler Willi Gantschnigg, als zweiter Österreicher Inhaber des Weltrekordes im Skifliegen (124 Meter), sorgte für einen wahren Springerboom und lockte oft tausende Zuschauer an.

Ein weiterer Großer, der aus Jochberg stammende Hias Noichl, schrieb ebenfalls nach dem Krieg nordische Skigeschichte. Er war einer der Besten Langläufer dieser Zeit. Nach seiner aktiven Karriere leitete der staatlich geprüfte Skilehrer die Skischule St. Johann bis 1987. In dieser Zeit war er auch zwei Perioden lang Obmann des Skiclub St. Johann. Heinrich Wallner, Fixstarter bei Weltmeisterschaften und Olympiaden, folgte als großes Aushängeschild Hias Noichl im Langlaufzirkus.

Grete Grander und Helga Hanel, später verheiratete Schweiberl waren in den 50er und 60er Jahren aktive Fis-Rennläuferinnen, die sich inmitten der Österreichischen Elite, auch mit Christl Haas, maßen.

Unter der Führung von Obmann Hubert Mimm im Jahr 1975, gab es am Rueppenhang einen Parallelslalom, den Ingemar Stenmark für sich entscheiden konnte. Ebenfalls in den 70er Jahren wurde in St. Johann das Grasskifahren entdeckt. Richard Altenberger und Albert Trixl waren mit Ihren Kompanen top motiviert. Auch im Trickskifahren, Freestyle-Springen und Buckelpistenfahren, konnte in den 80er Jahren Toni Schöllenberger Top Platzierungen bei Österreichischen Meisterschaften erzielen. Zum damaligen Wintersportverein gehörten auch die Skibobfahrer Hubert Oberschmid und Silvio Schauberger, die sich über die WM-Krone freuen durften.

Durch den Langlaufboom in den 70er und 80er Jahren wurde der Koasalauf, der bis heute ein Fixtermin bei den Nordischen ist, ins Leben gerufen.  Ebenfalls wurde damals angedacht, ein nordisches Leistungszentrum in St. Johann zu installieren, was aber leider nicht  verwirklicht wurde. In dieser Zeit war der Biathlet Günther Schmidt im Europacup sehr erfolgreich.

Die 90er Jahre waren von den Top-Athleten Monika Kogler (Alpin) und Matthias Wallner (Skispringen) geprägt. Die Beiden waren Fixstarter bei diversen Weltcups und konnten beachtliche Platzierungen aufweisen. Parallel dazu konnten Nina Hanel, später verheiratete Hinterseer und Claudia Stelzhammer Erfolge in diversen FIS-Rennen, bis hin zum Europacup, feiern.

In den späten 90er Jahren waren einige alpine wie auch nordische Talente österreichweit an der Spitzte. Darunter waren Marianne Jesenek, Thomas Söllner, sowie Stefan Golger.

Über viele Jahre unterstützten Obmänner als auch Funktionäre das Wachstum des Skiclubs St. Johann und ihnen gilt, neben den sportlichen Aushängeschildern, unser besonderer Dank. Hier nur ein paar Namen herausragender Persönlichkeiten:

Franz Wilhelm, Ernst Huber, Horst Fischer, Sepp Feiner, Ulrich Arpe, Franz Bretterhofer und Langzeit-Obmann Alfred Stelzhammer der sein Amt dem jetzigen Obmann Bernhard Schwendter übergab.

Bis heute sind einige Athleten unseres Vereins im Europa- als auch Weltcup, in den verschiedenen Disziplinen, erfolgreich unterwegs.

 

Alpin: Paul Zimmermann